Avatar Trilogy: Connor Kostick – Saga

Eigentlich wollte ich den post schon vor längerem publizieren und zusammen mit dem Eintrag zu Epic (weil auch Epic ein überragendes Hörspiel ist). Connor Kostick  hat die Avatar Chroniken verfasst, die aus den Teilen Epic, Sage und Edda bestehen. Entgegen meiner Teufeleien auf die Maxime Chattam Trilogie – bei der ich gerade in der Mitte drin und mich durchbeisse –  bin ich von der Avatar Trilogie begeistert, und die aus mehreren Gründen:

1. Die Story ist gut – hier ein Auzug vom großen Bruder:

Ghost ist ein Punk – mit ganz besonderen Fähigkeiten. Sie vollbringt nicht nur wahre Kunststücke auf ihrem Airboard, auch als Diebin ist sie sehr begabt. Das muss sie auch sein, denn mit ihrer Gang schlägt sie sich in einer Welt durch, die von einer allmächtigen Königin und strikt getrennten Klassen bestimmt ist. Mitglieder der roten oder orangefarbenen Klasse haben es schwer, sich durchzuschlagen, während diejenigen in der blauen Klasse im Luxus leben. Ghost allerdings gehört zu überhaupt keiner Klasse. Das ist ebenso rätselhaft wie die Tatsache, dass sie keinerlei Erinnerungen an ihr Leben hat, bevor sie neun Jahre alt war.

Als Ghost mit ihrer Gang nach einer Anarcho-Aktion in einem Einkaufszentrum in Schwierigkeiten gerät, erscheint eine offenbar unverwundbare Retterin mit magischen Fähigkeiten. Wie sich herausstellt, stammt sie aus einer anderen Welt – und Ghosts gesamtes Universum entpuppt sich als virtuelle Welt, die einst als ein Computerspiel, „Saga“, von Menschen geschaffen wurde. Doch inzwischen kann die Dunkle Königin auf diese reale Welt Einfluss nehmen – und sie plant Schreckliches. Zu allem Überfluss hat sie auch noch Ghost persönlich im Visier, die erst nach und nach erfährt, wie außergewöhnlich sie wirklich ist …

Auch wenn ich am Anfang etwas ratlos war, was die Story anging und die Monologe von Mechthild Großmann (die TV-Zuschauer als Staatsanwältin im Münsteraner „Tatort“ kennen) als die dunkle Königin erst verwirrend und zu „ich muss da mal was erklären“ rüberkommen, so entwickelt sich die Story trotz Kürzungen/wegen intelligenten Kürzungen prächtig und spannend und intelligent.

2. Die Sprecher sind super. Nicht nur von Rang und Namen, dass ist mit Wumpe, aber z.B. Anna Thalbach war mir schon zuvor aus „In meinem Himmel“ bekannt, passt überragend zu ihrer Figur der Gost

Fragen die Aufgeworfen werden

– Gesellschaftsstrukturen: welche Macht hat das Volk in der Monarchie, wie funktionieren Klassen

– Gefahr der Computerspielsuch

Mechthild Großmann sticht hervor. Sie, die TV-Zuschauer als Staatsanwältin im Münsteraner „Tatort“ kennen, liefert eine derart lustvoll-böse Darstellung der „Dunklen Königin“ ab, dass ihre Leistung gleich zu Beginn einfach gewürdigt werden muss.
Ihr Gegenpart wird souverän von Anna Thalbach gesprochen. Sie gibt glaubhaft die junge Ghost, eine Diebin, die mit ihren Freunden auf fliegenden Airboards durch die Gegend saust und das Leben als einzige Party betrachtet. Die Jugendlichen haben keine Ahnung, dass Saga ein Videospiel ist, dessen Figuren eigenständig wurden. Ganz anders die Dunkle Königin, die unsterblich werden möchte und dafür die Menschen, die Saga spielen, von ihr abhängig macht – denn nur die Menschen können das Spiel umprogrammieren. Erst durch die seltsame Cindella erfährt Ghost, dass ihr Leben nur virtuell ist …
Das spannende Spiel zwischen realer und virtueller Welt wird durch die rasante, hörspielähnliche Produktion unterstrichen. Musik, Geräusche und Effekte machen den Eintritt nach Saga leicht, auch die jugendlichen Protagonisten sind prima besetzt. Zwar sind die Auftritte von Andreas Fröhlich und Rainer Strecker viel zu kurz, doch die famosen Monologe Mechthild Großmanns lindern das Bedauern.

John Fante – Ich Arthuro Bandini

Woran ich nie wirklich vorbeigehen kann sind die Wühltische der Wohlthatschen Buchhandlungen – hier habe ich z.B: die Ramsmayr Hörbücher für 9 Öre erstanden, während ich für ein anderes beim großen Bruder amazon 34 Euro latzte.

Der letzte Schnapp war Athuro Bandini von John Fante – keine Vorstellung gehabt aber 4.99, 6 Cds und eine nette Box, die Geschichte klang oke – da kann man nicht viel falsch machen. Erzähler ist Michael Hansonis, auch gut. Sounds like a pay off

Die Geschichte geht so: Armer abgebrannter Schriftsteller arbeitet an seiner Karriere im LA der dreissiger Jahre. Träume von Ruhm und Frauen, die Realität sieht anders aus, ein hoffnungsloser Fall der dem verleger seiner kleinen Kurzgeschichte huldigt und Tag für Tag vom großen Durchbruch spricht. Doch dann lernt Arturo die eigenwillige Kellnerin Camilla kennen – und zwischen den beiden entwickelt sich eine Hassliebe voller Wut und Leidenschaft – und es sind wirkliche authentische Motive die artikuliert werden.  Ein kleiner Augeöffner…
Der Ton schwankt, selbstironisch, dann wieder eitel. Die Geschichte kommt Grund-ehrlich rüber, ist mutig ausgedacht und marschiert vorwärts zu einem guten Ende. Alles in allem ein

Hörbuch mit Hand und Fuss, wohl auch weil die Stimm sehr gut zum Inhalt passt…

Mein liebstes Kind: Jonas – der letzte Detektiv

Lange Zeit ist es hier still gewesen: Ich war beschäftigt mit Arbeit und zweitklassigen Hörbüchern und – GOTT SEI DANK – mit den 40 Folgen des letzten Detektives: Jonas. 7/7. Noch nie so gewitzte Diealoge gehört, die Michael Koser schrieb und die Peer Augustinski als „Sam“ vor sich hinbrappelt, selten einer so schöne Stimmung, die aus einer Mischung aus Blade-Runner und Malteser Falken besteht, gelauscht. Was sagt der Klappentext?

Der letzte Detektiv

Er heißt Jonas. Nur Jonas. Er lebt im frühen 21. Jahrhundert in Babylon, der Supermetropole der Vereinigten Staaten von Europa. Er hat einen Beruf, den es eigentlich nicht mehr gibt. Er ist Privatdetektiv. Er pflegt die Eigenschaften seiner klassischen Vorbilder: Ehrenhaftigkeit. Sturheit. Unverschämtheit. Witz. Ein bisschen Sentimentalität. Seine Fälle sind hart. Und wirklich. Es geht um kleine Leute und große Interessen.
Dann ist da noch Sam. Jonas‘ Taschencomputer. Unentbehrliche Hilfe und unausstehliche Plage. Sam spricht. Er redet und labert und schnattert und bewegt sich quer durch alle Sprachprogramme. Außerdem ist er ein Chaos-Pilot im Datennetz. Ein Geisterfahrer auf der digitalen Autobahn.
Das ist „Der letzte Detektiv“ – Michael Kosers SciFi-Krimiserie. Die erfolgreichste Hörspielserie der Unterhaltungsabteilung nach der „Dickie Dick Dickens“ – Serie der 50er-Jahre. Seit 1984 im Krimi-Programm in Bayern2Radio.

mein Kommentar: Schweinegeil!!!

Story: 7von7

Sprecher: 7von7

Dramaturgie: 7von7

Streicheleinheiten: 7von7

Qualität zahlt sich aus: Jules Verne – Die Propeller-Insel [Maritim,2007]

695722311diepropellerinpm2.jpgWurde auch mal Zeit: Diesmal keine Enttäuschung des Maritim-Verlage. Klassisches Hörspiel mit motivierten Sprechern und einer recht unterhaltsamen Geschichte. Kurzweiliig und Anregend. Was sagt amazon? – Nix, aber die Maritim Seite:

Das französische Kammertrio, bestehend aus Yves Boulez, Violinist, Robert Ponthieu, Bratsche und dem Cellisten Sebastian Fragonard, hat es durch einen unglücklichen Wink des Schicksals nachts an die kalifornische Küste verschlagen. Mitten im Nirgendwo. Eigentlich befindet man sich auf dem Weg nach San Diego, wo ein weiterer umjubelter Auftritt auf die drei Herren wartet.
Mit nichts als ihren Instrumenten irren die Musiker durch die Nacht, als sich ihnen eine Kutsche nähert. Als der freundliche Retter erfährt, um wen es sich bei den Irrenden handelt, ist er hocherfreut und bittet sie umgehend, mit ihm zu kommen. Er wisse hier ganz in der Nähe nicht nur eine Stadt, sondern auch ein exzellentes Hotel. Trotz ihrer Zweifel fährt das Kammertrio mit.
Und tatsächlich: In der nahegelegenen Bucht wartet ein Stadt von solcher Pracht und Eleganz, dass die Musiker völlig verwirrt, diese auf der Landkarte übersehen zu haben.
Der Mann, der sich als Mr. Fender vorstellt, führt die drei durch eine Stadt voll großartiger, technischer Errungenschaften, die das Leben der Einwohner so angenehm wie möglich gestalten.
Man entschließt sich, die Nacht dort zu verbringen.
Als man am nächsten Morgen zum Aufbruch rüstet kommt jedoch der Schock:
Die Stadt samt ihren Außenbezirken treibt auf dem offenen Meer!
Man befindet sich auf Standard Island, einer 8 Quadratmeilen großen künstlichen Insel, die mit der Kraft von 10 Millionen Pferdestärken durch das Meer bewegt wird, ähnlich einem Schiff. Die Stadt heißt Milliard-City, nicht umsonst, wohnen dort doch nur Millionäre und Millardäre.
Dem erst erzürnten Kammertrio wird ein verlockendes Angebot unterbreitet:
Jeder der Musiker erhält 250.000 Dollar (entsprach damals 1 Millionen Franc) wenn sich das Kammertrio bereiterklärt, auf der kommenden Reise, die 8 Monate dauert, Konzerte in Milliard-City zu geben.
Nach ersten Bedenken willigt man schließlich ein.
Es folgt eine Zeit der Entdeckung der Insel und Konzertabenden, die bald in der Liaison des Cellisten mit der Tochter des reichsten Mannes der Insel Gestalt annimmt. Das Leben scheint eitler Sonnenschein.
Aber es gibt Stimmen in der Welt, die diese Insel lieber heute als morgen verschwunden sähen..
Als Standard Island eines nachts den englischen Dampfkreuzer #Typhoon# ungewollt rammt und versenkt, ist es mit dem ruhigen Leben vorbei.
Wenige Wochen danach wird Standard Island von Fremden überfallen, die wilde Raubtiere auf der Insel aussetzen und die Einwohner in Angst und Schrecken versetzen.
Damit aber nicht genug. Die Fremden bringen den Maschinenraum unter ihre Kontrolle und lassen die gewaltigen Bug- und Heckpropeller gegeneinander arbeiten. Die Insel droht auseinanderzubrechen.
Aber glücklicherweise gibt es noch das Kammertrio, das weit über die Erfüllung seines musikalischen Engagements hinaus mithilft, Standard Island zu retten..

Story: 4von7

Sprecher: 5von7

Dramaturgie: 5von7

Streicheleinheiten: 5von7

Bekanntes Rezept funktioniert: Alexander Kath – Der Fluch von Loch Ness

fluchlochness.jpg Bekannte Konzept müśsen noch lange nicht gut sein, sind es es aber hin und wieder. Das Hörspiel von Kath „Der Fluch von Loch Ness“ setzt auf die Mischung: Gute Sprecher, gute Atmosphäre und keine flachen Dialoge. Über die Geschichte verrät der Klappentext folgendes:

Klappentext :

„Schottland in den 30er Jahren: Zwei Kinder verschwinden auf mysteriöse Art und Weise in den schottischen Highlands. Eine große Suchaktion beginnt. Die Eltern sorgen sich um ihre Kinder und bitten den Pater des kleinen Dorfes um Hilfe.

Erst nach über 70 Jahren des Schweigens wird langsam klar, was für eine grausame Wahrheit sich in dem Dorf ereignet hat. George und Morris gehen den Treiben auf dem Grund und geraten sehr schnell selbst in Gefahr…
Was hat der Pater mit der Sache zu tun? Welcher Fluch lastet auf Loch Ness?“

Nun ganz ehrlich: Die Aufflösung ist etwas Panne, aber eigetnlich ist das doche „ejal“ , wenn man vorher gut unterhalten wurde. Charles Rettinghaus ist bekannt, beinahe zu bekannt für ein solches Hörspiel. Es gibt – glaube ich – mehrere Versionen. Einmal in der Version, dessen Cover hier zu sehen ist und einmal als Folge der serie „Die schwarze Stunde“.

Story: 3von7

Sprecher: 5von7

Dramaturgie: 4von7

Streicheleinheiten: 4von7

Schlechter Start: Jean-Louis Glineur – Todesangst in der Nordeifel

CoverBoa – tut mir wirklich leid – ich weiss wirklich nicht, wie es dazu kommen konnte: bei amazon.de die volle wertung bekommen – entweder taube Flachzangen oder der Hiwi/Praktikantvon Radioropa: jede Serie oder Trashliteraturvertonung, die in Meterware produziert wird, hat mehr Wortwitz, weniger gestellte Sätze und ist unterhaltsamer. Abgesehen davon, dass ich wirklich nicht weiss, warum ein Verlag so ein grottiges Buch verlegt (regionale Bezüge könnten von Bedeutung sein – frei nach dem Motto: Wir werfen ein Geburtstagsgeschenk für alle aus der Nordeifel auf den Markt…), abgesehen davon, dass der Leser es auch nicht schafft eine stimmige Atmosphäre zu kreieren und Abgesehen von den wirklich hahnebüchenden Protagonisten ist das (Hör-)Buch dennoch Zeitverschwendung!

Also Hände weg!!!