Cassandra Claire – Chroniken der Unterwelt

Ein Mitbringesel meiner bezaubernden Nichte, mit der ich die Hörbuch- und DVD-Freuden gerne teilen, zumal einiges auf dem Hörbuchmarkt für junge und junggebliebene ist. Manchmal kann man sich nicht so ganz sicher sein, ob die Zielgruppe der Stories Jugendliche sind oder die Erinnerung der Erwachsenen an ihre Zeit, als sie noch Kassettenkinder waren…

Cassandra Claire gilt alt Tipp unter den neuen Urban Fantasy Autoren. Im Sommer 2013 soll die Tetralogie verfilmt werden (mit der Tochter von Phil Collins ind er Hauptrolle (sic!)). Ob das ein Qualitätssigel ist bewerte ich mal nicht. Was ich leider auch nicht weiss, ist wie sich die ganzen Epen zusammen gestalten. Laut Wikipedia gibt es vier Hauptepen:

  • Chroniken der Unterwelt (The Mortal Instruments)
  • Chroniken der Schattenjäger (The Infernal Devices)
  • The Dark Artifices Triology
  • The Bane Chronicles

Ich kam bisher in den Genuss der ersten drei Teile der Chroniken der Unterwelt ( City of Bones/Ashes/Glass). Ich denke es wird auch dabei bleiben… Zuerst mal zum Inhalt:

In den Büchern geht es um Clary, ein Mädchen, das von seiner alleinerziehenden Mutter in Brooklyn aufgezogen wurde. Als ihre Mutter verschwindet und sie in ihrer Wohnung von einem seltsamen Monster angegriffen wird, erfährt sie, dass sie Schattenjäger-Blut in sich trägt. Gemeinsam mit den anderen Schattenjägern Jace, Alec und Isabelle, sowie ihrem besten Freund Simon und anderen Gefährten versucht sie, den Kelch der Engel vor Valentin zu finden, denn dieser plant schreckliche Dinge.

Im ersten Band lernt die 15-jährige Clary Fray Jace kennen und mit ihm eine ihr völlig unbekannte Welt, wo sich im Laufe des Buches herausstellt, dass auch sie eine Schattenjägerin ist, während ihre Mutter weiterhin noch nicht aufgewacht ist. Am Ende des ersten Buchs entdecken die Hauptpersonen ebenfalls, dass Jace und Clary, welche sich im Laufe der Handlung verlieben, Kinder desselben Vaters, und damit Geschwister, sind. Im zweiten Band verwandelt sich Simon in einen Vampir, der anschließend gerettet werden muss. Im dritten Band der Tetralogie der Unterwelt ergibt sich, dass Jace doch nicht Clarys Bruder ist und dass er kein Dämonenblut in sich trägt.

Themen sind, das Kampf der Geschlechter mit dem ganzen Verqueren Blutsgehabe, der Kampf gegen die eigene Sozialisation, Inzest – aber so unernsthaft, und die liebe Liebe.

Soweit ja alles nicht verkehrt – es kommen Werwölfe und Vampire drin vor, dass ist zur Zeit immer gut, vor allem wenn man verfilmt werden will. Und die Geschichte ist ganz nett, wenn auch wenig orginel, (z.B. im Vergleich zu der Panem-Trilogie).  Größtes problem:  Die Umsetzung als Hörbuch! Die Kürzung lassen vermuten, dass die Geschichte unausgereift ist, zumindest holpern die 6 Audio CDs imho sehr, dass die geschichte flach und uneinfühlsam rüberkommt. Ja Andrea Sawatzki ist eine wundervolle Leserin, die ich sehr schätze, aber die drei Bücher… ich habe mehr erwartet. Die Tonlage passt oft nicht zu dem Alter der Teenagern, manchmal zu kindlich oder auch gewollt. Vielleicht muss ich mich und meine Erwartung rausnehmen. Es wurde für 14-17 Jährige produziert und nicht an in die Jahre gekommenen Kassetttenkinder. Punkt. Spannende geschichte trotzdem, nicht weniger aber auch nicht mehr.

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Avatar Trilogy: Connor Kostick – Saga

Eigentlich wollte ich den post schon vor längerem publizieren und zusammen mit dem Eintrag zu Epic (weil auch Epic ein überragendes Hörspiel ist). Connor Kostick  hat die Avatar Chroniken verfasst, die aus den Teilen Epic, Sage und Edda bestehen. Entgegen meiner Teufeleien auf die Maxime Chattam Trilogie – bei der ich gerade in der Mitte drin und mich durchbeisse –  bin ich von der Avatar Trilogie begeistert, und die aus mehreren Gründen:

1. Die Story ist gut – hier ein Auzug vom großen Bruder:

Ghost ist ein Punk – mit ganz besonderen Fähigkeiten. Sie vollbringt nicht nur wahre Kunststücke auf ihrem Airboard, auch als Diebin ist sie sehr begabt. Das muss sie auch sein, denn mit ihrer Gang schlägt sie sich in einer Welt durch, die von einer allmächtigen Königin und strikt getrennten Klassen bestimmt ist. Mitglieder der roten oder orangefarbenen Klasse haben es schwer, sich durchzuschlagen, während diejenigen in der blauen Klasse im Luxus leben. Ghost allerdings gehört zu überhaupt keiner Klasse. Das ist ebenso rätselhaft wie die Tatsache, dass sie keinerlei Erinnerungen an ihr Leben hat, bevor sie neun Jahre alt war.

Als Ghost mit ihrer Gang nach einer Anarcho-Aktion in einem Einkaufszentrum in Schwierigkeiten gerät, erscheint eine offenbar unverwundbare Retterin mit magischen Fähigkeiten. Wie sich herausstellt, stammt sie aus einer anderen Welt – und Ghosts gesamtes Universum entpuppt sich als virtuelle Welt, die einst als ein Computerspiel, „Saga“, von Menschen geschaffen wurde. Doch inzwischen kann die Dunkle Königin auf diese reale Welt Einfluss nehmen – und sie plant Schreckliches. Zu allem Überfluss hat sie auch noch Ghost persönlich im Visier, die erst nach und nach erfährt, wie außergewöhnlich sie wirklich ist …

Auch wenn ich am Anfang etwas ratlos war, was die Story anging und die Monologe von Mechthild Großmann (die TV-Zuschauer als Staatsanwältin im Münsteraner „Tatort“ kennen) als die dunkle Königin erst verwirrend und zu „ich muss da mal was erklären“ rüberkommen, so entwickelt sich die Story trotz Kürzungen/wegen intelligenten Kürzungen prächtig und spannend und intelligent.

2. Die Sprecher sind super. Nicht nur von Rang und Namen, dass ist mit Wumpe, aber z.B. Anna Thalbach war mir schon zuvor aus „In meinem Himmel“ bekannt, passt überragend zu ihrer Figur der Gost

Fragen die Aufgeworfen werden

– Gesellschaftsstrukturen: welche Macht hat das Volk in der Monarchie, wie funktionieren Klassen

– Gefahr der Computerspielsuch

Mechthild Großmann sticht hervor. Sie, die TV-Zuschauer als Staatsanwältin im Münsteraner „Tatort“ kennen, liefert eine derart lustvoll-böse Darstellung der „Dunklen Königin“ ab, dass ihre Leistung gleich zu Beginn einfach gewürdigt werden muss.
Ihr Gegenpart wird souverän von Anna Thalbach gesprochen. Sie gibt glaubhaft die junge Ghost, eine Diebin, die mit ihren Freunden auf fliegenden Airboards durch die Gegend saust und das Leben als einzige Party betrachtet. Die Jugendlichen haben keine Ahnung, dass Saga ein Videospiel ist, dessen Figuren eigenständig wurden. Ganz anders die Dunkle Königin, die unsterblich werden möchte und dafür die Menschen, die Saga spielen, von ihr abhängig macht – denn nur die Menschen können das Spiel umprogrammieren. Erst durch die seltsame Cindella erfährt Ghost, dass ihr Leben nur virtuell ist …
Das spannende Spiel zwischen realer und virtueller Welt wird durch die rasante, hörspielähnliche Produktion unterstrichen. Musik, Geräusche und Effekte machen den Eintritt nach Saga leicht, auch die jugendlichen Protagonisten sind prima besetzt. Zwar sind die Auftritte von Andreas Fröhlich und Rainer Strecker viel zu kurz, doch die famosen Monologe Mechthild Großmanns lindern das Bedauern.

Andreas Eschbach: Der Herr aller Dinge

Cover

Um bei meinen urbanen Bahnfahrten gut durch den Winter zu kommen, habe ich die mir mal wieder ein Eschbach Buch zugelegt, gelesen von Sascha Rotermund (dass es eines von Matthias Koeberlin gab war mir nicht bekannt – ein Vergleich wäre durchaus spannend). Knapp 24 stunden gute Unterhaltung wurde gesucht … und gefunden!

Was soll ich sagen: Irgenwie bin ich empfänglich für den Kram. Gut es ist kein Schund, aber hat doch deutliche Elemente … Am Besten ich fange am Anfang an:  Zuerst die Geschichte, was die Amazon Zusammenfassung hergibt:

Als Kinder begegnen sie sich das erste Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an trennt sie der soziale Unterschied. Doch Hiroshi hat eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt tilgen könnte. Als er und Charlotte sich wiederbegegnen, sieht er dies als Zeichen, dass sie miteinander verbunden sind. Er beschließt, seine Idee umzusetzen und die Welt zu verändern – denn nur so, sagt er sich, wird er Charlottes Liebe gewinnen.

Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn auf die Spur eines uralten Geheimnisses: Es hat schon einmal eine Zivilisation gegeben – und sie hat das schrecklichste Verbrechen begangen…

Die Geschichte ist an vielen Stellen sehr technisch und und bezieht sich auf die Entwicklung von Robotern und der Nanotechnologie. Die geschichte ist Eschbach-typisch phantastisch – nicht nur was Charlottes Fähigkeit angeht) , die Charaktäre (außer den Hauptcharaktären)  sind schemenhaft und oft eindimensional und manchmal bekommt man den Eindruck, dass der Autor es vielleicht gerne anders, besser hätte, aber nicht kann, so oft wie Bilder aus populären Hollywoodstreifen den Protagonisten gewahr werden und sie sich vor kommen wie in einem Science-Fiction Film.

Ja und! Dennoch ist die Geschichte unterhaltsam und wird  stellenweise mutig vorangetrieben. Gelesen ist sie sauber die Untermalungen, die ich in der Regel nicht mag, weil bei gekürzten Geschichten große Sprünge überbrückt werden, ist keineswegs nervig. Alles in allem, keine große Literatur, aber spannend, romantisch, eschbach-style durchdacht und alles in allem unterhaltend!

Grrrrr… Maxime Chattam: Alterra – Im Reich der Königin: 2. Teil

Die Geschichte um die Gemeinschaft der drei geht weiter. Nach dem Auszug von der Pan Insel ziehen die frei Kandidaten weiter gegen Süden und erfreuen sich den Abenteuern einer fantastischen Welt, die durch eine feindliche Natur geprägt wird. Ja ist angekommen. Die Natur ist feindlich. Kann man verstehen, nach dem Sturm. Ist angekommen. Muss man nicht in jedem Absatz drauf hinweisen, dass die Natur feindlich ist…. Ist recht abendteuerlich den ganzen Tag durch eine Landschaft zu wandern, in der überall Gefahren laufen… die in einer feindlichen Natur leben. Aber vermutlich ist das dem Auto wichtig, dass der Leser versteht, dass die Natur in Alterra feindlich ist— Ich bin noch mitten drin im Hörbuch, doch wie die Geschichte angelegt und umgesetzt ist kann ich wohl jetzt schon sagen.vielleicht ist dem ganzen später noch etwas hinzuzufügen….

Ok. gut. Wir hatten bereits den ersten Teil von Alterra besprochen. Noch mal kurz rekapitulieren: Die Geschichte ist ganz nett, hält aber keiner kritischen Befragung stand, zumal – und dass muss ich jetzt loswerden – hier ein guter Lektor gefehlt hat. Was mich am meisten ärgert ist die lieblose Sprache, die  sehr sehr sehr flach ist. Sätze wie „Sie wachten auf und dachten sich ‚Eine erholsame Nacht sieht anders aus‘ “ und „Ein bestimmtes Gefühl machte sich in Matt breit“ – alles viel zu schwammig! Ein gutes Beispiel sind die absolut generischen Kapitelnamen: „Ein knapper Plan“, „Gut gegangen“, „Neue Erkenntnisse“ WTF!!! Auch sind viele Ansätze nich wirklich weit gedacht – warum sollte der Protagonist seine Vorsicht in den Wind schlagen und alleine sich auf 20 Soldaten der Königin stürzen. Warum sollte den die drei Freunde mal nicht nachhaken, wenn ein Protagonist sagt „ich habe einen Plan, kommt mit“ und alle laufen stumpf gemäß dem Plan in die Falle – da sind viele losen Ende der weitgehend guten Ansätze. Wichtige und gute Fragen werden gestellt, wie funktioniert erwachsen werden und welches sind die Vorbilder die bestand haben, wie organisieren sich Gruppen, welche Bedeutung hat Vertrauen in der Pubertät, doch dass sind nur einzelne Gedanken die aufgenommen werden, leider nicht als ihre Erwähnung kommen oder schlimmsten Fall durch widersinnigen Aktionismus zerschlagen werden. ich denke, dass ein Großteil der groben Schnitzer dadurch verursacht werden, dass die Charaktere durch ihre holzschnittartige Eindimensionalität brillieren. Anscheinend ist dem Autor auch nicht klar, an wen er sich richten möchte – Erwachsenen-Fantasy oder doch lieber was für Kinder. geht man davon Aus, dass das Alter der Protagonisten entscheident ist (so um die 15 Jahre) so fragt man sich, was das soll: die Sprache und Handlungsmuster passen auf ein Publikum zwischen 9-12 Jahren, die Brutalität eher 16+.

Keine Ahnung, warum ich das HB weiter höre. Wie schon gesagt, die fiktionale Welt der Geschichte ist in Ordnung, die Geschichte der drei ist auch ok, leider fehlt der Feinschliff und die Aussage und ein orangener Faden. Leider kann Timmo Niesner das Buch nicht retten, auch wenn ich mittlerweile bezweifle, dass er es könnte.

Conor Kostic – Epic (Szenische Lesung)

epicWie im Alterra Beitrag angegekündigt, kommt jetzt eine kurze Vorstelluung des ersten Teiles
der Connor Kostick Trilogie Avatar – und genau darum geht es auch: Ein seit langen besiedelter ruraler
Planet – oder ein rural besiedelter Planet – namens Neuerde eiert in einer nicht genau
definierten Zeit durchs universum. Die Bewohner verbringen den großteil ihrer Zeit in einer
Mehrspieler-Online-Fantasy Welt. Die Onlinewelt, die stark an WOW erinnert (auch wenn ich selbst noch keine Erfahrung
mit wow habe), dient aber nicht nur als Opium fürs Volk hier wird auch Politik und Demokratie abgebildet.
Wer eine GEsetztentwurf einbringen möchte, kämpft in einer Arena gegen das herrschende Zentrale Lenkungskomitee,
wer einen Studienplatz möchte, muss einen Drachen erlegen oder ähnliches.
Soweit das Setting. Storline – eine Gruppe von Kindern interpretieren das Spiel anders, kommen zu Macht
und kämpfen gegen die Systeme (Plural da einerseits gegen den Selbsterhaltungstrieb des zentralen Lenkungskomitee
und andererseits gegen das Spiel Epic selbst gekämpft wird, das auch ein ambivalentes Bewustsein zu haben scheint.

Story gut, umsetzung super: Szenische Lesung mit vielen guten Sprechern, ich gehe mal davon aus dass
es sich bei der Lesung auch um eine gekürzte Fassung handelt, die keine Längen kennt.

Zum Schluss wird alles gut – ist ja auch eher ein Jugend-Fantasy-Roman. Lediglich die Hauptfiguren aus
der offline Welt wirken etwas eindimensional und holzschnittartig. Wie im echten Leben halt 😉
Habe auch in den zweiten Teil Saga reingehört, der anscheinen in urbanen Szenario mit neuen Charakteren gesetzt wurde. Der dritte Teil, Edda, ist noch nicht raus, die Lesung wird wohl auch auf sich warten..

John Fante – Ich Arthuro Bandini

Woran ich nie wirklich vorbeigehen kann sind die Wühltische der Wohlthatschen Buchhandlungen – hier habe ich z.B: die Ramsmayr Hörbücher für 9 Öre erstanden, während ich für ein anderes beim großen Bruder amazon 34 Euro latzte.

Der letzte Schnapp war Athuro Bandini von John Fante – keine Vorstellung gehabt aber 4.99, 6 Cds und eine nette Box, die Geschichte klang oke – da kann man nicht viel falsch machen. Erzähler ist Michael Hansonis, auch gut. Sounds like a pay off

Die Geschichte geht so: Armer abgebrannter Schriftsteller arbeitet an seiner Karriere im LA der dreissiger Jahre. Träume von Ruhm und Frauen, die Realität sieht anders aus, ein hoffnungsloser Fall der dem verleger seiner kleinen Kurzgeschichte huldigt und Tag für Tag vom großen Durchbruch spricht. Doch dann lernt Arturo die eigenwillige Kellnerin Camilla kennen – und zwischen den beiden entwickelt sich eine Hassliebe voller Wut und Leidenschaft – und es sind wirkliche authentische Motive die artikuliert werden.  Ein kleiner Augeöffner…
Der Ton schwankt, selbstironisch, dann wieder eitel. Die Geschichte kommt Grund-ehrlich rüber, ist mutig ausgedacht und marschiert vorwärts zu einem guten Ende. Alles in allem ein

Hörbuch mit Hand und Fuss, wohl auch weil die Stimm sehr gut zum Inhalt passt…

Jörg Fauser – Der Schneemann gelesen von Heikko Deutschmann.

oke, gut jetzt werd ich mal kurz eines meiner Lieblingshörbücher vorstellen, dass auch nach dem 5. Mal nicht langweilig wird:

Jörg, Fauser, Der Schneemann, gelesen von Heikko Deutschmann.

Ums kurz zu machen – die Geschichte ist so alt wie jede Schrift und jeder Ton selbst. Kleiner Gauner kommt an 2,5 Kilo Koks und will damit seinen großen Wurf schaffen. Ich glaube nicht, dass ich besonders empfänglich für die Story bin, auch wenn ich True Romance für einen der besten Filme (und auch der bestbesetzten Filme der 90er)  halte. Die Geschichte des Schneemans ist generisch, aber gerade hier zeigt sich Fauser als  Held, ein deutsches Pendant zu Bukowski, doch diesem intellektuell weit überlegen. Warum Fauser so gut ist komme ich später nochmal darauf zurück—

Kleiner Ganove, Schauplatz Malta, dann Deutschland und zum Schluss Ostende. Blum, wie Blume ohne „e“, misstrauisch (das muss er ja sein), hält sich in Deutschland Ende der Sechziger Anfang der Siebziger für besonders clever und versucht sich als big player in München, im Taunus und Amsterdam. Inhaltlich würde ich gerne alles und nichts sagen, jeder von uns kennt die Geschichten, doch so gut findet man sie selbst erzählt. Hinter der Geschichte und hinter den Charakteren (den Mann in Braun, den Schnürsenkelverkäufer am Abend vor dem Tag an dem es nur noch Klettverschlüsse gibt, ein absolutes Highligt)

Wer Fauser kennt ( ich kann die Bücher Rohstoff und Schlangenmaul nur wärmstens empfehlen) weiss, hier sitzt jeder Satz und die meisten Sätze könnten in Stein gemeisselt sein. Wer die Lebenslügen der einen politischen Diskussion kennt und die andere Leitplanke lahm findet der bekommt schnell das Laufen und Fauser holt jeden Leser sehr schnell wieder runter – man findet Parallelen im  politischen Diskurs der verschiedene Dekaden wieder und somit ent“täuscht“ und das Grauen hinter den Leitplanken ist nicht mehr ganz so groß.